Da ziehen dunkle Wolken auf! – Juhuuu

Ich mache mir bestimmt keine Freunde, wenn ich jeden Tag um Kälte bitte. Die letzte Zeit war schwer. Hitze über Deutschland und irgendwie scheinbar konzentriert bei mir und immer dort, wo ich mich aufhalte. Gut, es könnte daran liegen, dass es überall heiß war, doch sehe ich eher darin eine Verschwörung des Wettergottes. Und nein, ich meine nicht Jörg Kachelmann damit. Er hat schließlich den Temperatursturz hier bei mir vorhergesagt und irgendwie bin ich ihm dafür dankbar. Ich schaue nämlich heute morgen in den Himmel und teils dunkle Wolken bedenken das inzwischen viel zu gewohnte Blau. Aber was des einen Leid ist des anderen Paradies, oder?! Für Menschen mit Multipler Sklerose ist die Hitze nämlich eine Qual. Ich hatte viel von dem sogenannten Uhthoff-Phänomen gehört, wollte deswegen nicht in den Süden verreisen in diesem Jahr und prompt kommt die tropische Hitze zu uns. Es klingt vielleicht seltsam, doch ich bin dankbar dafür. Ich konnte so in gewohnter Umgebung herausfinden, wie der Unterschied zwischen Kälte und Wärme bei mir ist. Wie stark reagiere ich auf das Wetter und welche Konsequenzen muss ich daraus ziehen.

Um es kurz zu machen: Es war das grauen. Alle Symptome haben sich verstärkt und ich blieb teilweise den Tag über als wackelndes Häufchen Elend auf dem Sofa liegen. Und dann, auch wenn ich die Hitze nicht sensorisch spüre, schaltete ich den Ventilator an, machte Durchzug und legte auf meinen ganzen Körper Kühlpacks. Das hilft. Mir zumindest. Und um das Märchen gleich einmal aus der Welt zu räumen: Durchzug macht nicht krank. Er kann Leben retten – besonders wenn ich da an alte Menschen denke, die krampfhaft an dem Irrglauben festhalten, dass sie lieber die Fenster schließen, als die Abkühlung durch Ventilatoren und Durchzug zu bekommen.

Jetzt ist die Hitze wieder ein Stück weit entfernt. Ich krampfe nicht mehr den kompletten Tag, sondern nur noch in meinem gewöhnlichen Maße. Leider habe ich mal wieder einiges zurück behalten, ähnlich wie bei einem Schub. Meine rechte Hand funktioniert nun noch schlechter, die Linke ist kaum mehr zu gebrauchen und ich kann viel weniger weit laufen, als ich das noch vor ein paar Wochen konnte. Die Schmerzen haben sich verstärkt und dies bleibt auch jetzt bei relativer Kälte. Das hatte ich schon auf der Tour durch England und Wales gespürt, denn dort war es nicht so heiß wie hier – jetzt merke ich es wieder. Doch das gute ist: Ich lerne damit umzugehen. Der nächste Sommer kommt bestimmt und jetzt weiß ich, dass ich eine Klimaanlage benötige. Die kaufe ich dann lieber im Winter, da sind die günstiger. 🙂 Noch besser wäre natürlich der Pool, direkt vor dem Zimmer. Ich denke also über eine Reise nach im nächsten Sommer. Aber wahrscheinlich haben wir dann hier wieder den typischen Regen, die Kälte und das Grau, das uns sonst so oft durch die Sommermonate begleitet. Egal: Ich genieße jedes Wetter.

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3 Comments

  1. Sabine Bitzer 14. August 2018 at 19:04

    Hallo Chris,
    ich muss mal wieder meinen Senf dazu geben 😉
    Ja, die Hitze hat mir auch zugesetzt und ich bin froh, dass es jetzt wieder kühler ist. Gott sei Dank haben wir im Schlafzimmer einen Ventilator, den wollte mein Freund haben. Auch ohne MS haben schon viele Leute mit der Hitze zu kämpfen. Mein Freund möchte im Winter auch eine Klimaanlage kaufen, da ihm die Hitze auf den Geist geht. Meine Zustimmung hat er!
    Ein Pool wäre auch nicht schlecht, aber dann am besten direkt mit einem Lift, der einen da rein und wieder raus hebt. Gehen kann ich ja leider nicht mehr, nur noch aufstehen.
    Da ich die MS ja schon was länger habe, weiß ich inzwischen meistens, wie ich mit Hitze und mit Schwüle umgehen sollte. Für mich persönlich ist Schwüle schlimmer als Hitze. Trockene heiße Luft ist ganz ok, bloß nicht zu lange komplett in der Sonne sitzen.
    Dann genieße noch die Kühle, denn ab Donnerstag wird es wieder sehr warm.
    LG Sabine

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    1. Chris 23. August 2018 at 11:43

      Ich kann das leider nicht so ganz beurteilen, da ich die Hitze nicht spüre. Früher bin ich bei Sonne immer sofort geflohen und habe das nicht ausgehalten, doch jetzt finde ich das schön. Die Hitze macht mir sogesehen nichts aus, aber ich spüre die Auswirkungen. Das Zittern, die Krämpfe, das noch viel schlechtere Gehen. Dennoch: Die Sonne bringt natürlich auch diese Glückshormone mit sich, die ich gerade sehr genieße.

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  2. Marina 30. August 2018 at 17:01

    Ihr Lieben, auch ich bin ganz neu dabei, seit April diesen Jahres, bin schon 59 und habe die Form ohne Schübe (PPMS), ich liebe eigentlich solche Sommer und habe es als positive Seite meiner Krankschrift seit Mai genossen.
    Die ganz heissen Tage ca ab Mitte 30Grad haben mir auch zu schaffen gemacht, und ich konnte noch viel weniger laufen, als sowieso, aber ich habe mir immer gesagt, geniess es, wer weß, wann wieder so ein Sommer ist, und ich hatte ja Zeit “nichts” zu machen. Ich habe ein kleinen Pool und den natürlich sehr genutzt

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