Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht

Als einen meiner ersten Beiträge hier im Blog möchte ich erzählen, wie bei mir alles begann. Da die MS ja die Krankheit “mit den tausend Gesichtern” ist – ohje, wie oft habe ich diese Formulierung gehört und irgendwie hassen gelernt – ist bestimmt auch jede Geschichte über das “erste Mal” eine andere. Meine begann allerdings so, wie viele. Ich hatte Symptome und habe sie auf alles geschoben, nur nicht auf eine ernst zu nehmende Erkrankung. Mal ein Kribbeln, mal ein Zittern. Zwischendurch dieses Gefühl, krank zu sein, dann aber keine Erkältungssymptome zu haben. Und dann kam ein Urlaub, der in der Sonne des Südens ein ganzes Potpourri an Beschwerden mit sich brachte. Naja – ich bin halt unsportlich und das kommt durch die Bewegung. Ach, dass ich nicht mehr richtig laufen kann kommt sicher daher, dass ich mich irgendwo vertreten habe. Diese komischen “elektrischen Stöße” kommen sicher, weil mein Nacken verspannt ist. Und diese Müdigkeit – naja, die kommt durch den Urlaub selber. Sicherlich traf das eine oder andere vielleicht zu, aber in mir breitete sich mein erster, richtiger Schub aus, ohne dass ich es realisierte. Zwei Monate später konnte ich meine komplette linke Seite nicht mehr bewegen. Selbst mein Gesicht hing etwas herunter. Ich saß in meinem Büro und sagte noch einer Kollegin Bescheid, dass ich vielleicht mal ins Krankenhaus gehe. Es war Freitag, also war Zeit dafür. Ein Schlaganfall… es fühlte sich so an, soweit ich das durch unzähliche Ersthelferkurse beurteilen konnte. Dennoch hatte ich nicht die Panik, sofort ins Krankenhaus zu gehen. Wird ja nicht so schlimm sein, wenn ich noch lebe um darüber nachzudenken. (Notiz am Rande: Bitte geht sofort ins Krankenhaus oder ruft den Notarzt bei solchen Symptomen. Mit Schlaganfällen kann man nicht spaßen und auch wenn ich total unverantwortlich bin, wenn es um meine Gesundheit geht, so solltet Ihr besseren Vorbildern folgen!!!)

Der nette Arzt in der Neurologie des Krankenhauses war sich ebenfalls sicher über die Diagnose “Schlaganfall”. Er schob mich daraufhin in ein MRT, um das Ausmaß anzusehen. Als ich heraus kam, sagt er zu mir: “Herr Tillmanns, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht.” Er wartete einen Moment ab, der mir wie eine Ewigkeit vorkam. Ist es vielleicht doch ein Gehirntumor? Werde ich sterben? Er fuhr fort: “Die gute Nachricht ist: Sie haben keinen Schlaganfall.” Dann schaute er mich ernst an. “Die schlechte Nachricht ist: Sie haben keinen Schlaganfall!”

Wie Recht er doch hatte. Im Falle eines (Schlagan)Falles wäre sicherlich eine Reha, Medikamente und sowas im Stande gewesen, meine Beschwerden gut in den Griff zu bekommen. Aber seine Vermutung, dass es sich um eine Multiple Sklerose handeln könnte, bedeutete für mich den Anfang einer unbekannten Reise. Die folgenden Tests bewiesen dann seine Theorie und da war sie. Meine offizielle Diagnose über eine unheilbare Krankheit.

Fragt mich jetzt nicht, wie ich das verarbeitet habe. Mein Gehirn ist noch immer dabei, genau dies zu tun. Doch was danach so alles geschah, ist ein Thema für weitere Artikel in meinem Blog. Die Reise begann damals. Ich war angeschlagen, wie ein Boxer, doch noch lange nicht ausgezählt. Es war damals schließlich erst die erste Runde. Achso: ich bin außerdem mit einem blauen Auge davon gekommen. Das Kortison (es lebe diese Erfindung!) in den folgenden Tagen, ließen meine Symptome zurückgehen. Ich behielt zwar noch einiges zurück, doch ich konnte erstmal wieder einigermaßen laufen und meine linke Seite nutzen. Nicht komplett – aber auch dazu folgt ein weiterer Artikel.

Was waren eure Erfahrungen mit der Diagnose? Wie kam es dazu? Wusstet ihr schneller als ich, dass etwas nicht wirklich mit euch stimmt? Schreibt doch einfach mal eure Geschichte in die Kommentare! Noch hat dieser Blog keine Follower, aber vielleicht entwickelt sich bald eine kleine Community, die sich hier austauscht.

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