Lächeln beflügelt! – Nicht nur mich…

Das schönste Geschenk, das man einem Menschen kann, ist ein Lächeln. Es klingt seltsam, aber seit meiner Diagnose bin ich ein reich beschenkter Mensch. OK, versteht mich nicht falsch, die MS-Geschichte ich große Kacke und vielleicht kam das in der letzten Zeit hier und da in meinem Blog heraus – und doch… seit meiner Diagnose gibt es soviele Momente, die mich zum Lächeln bringen. Oft Kleinigkeiten oder die Stimmung des Moments. Ich erwische mich, wie ich einfach auf einer Bank sitze und in den Himmel lächele, nicht weil dieser so schön ist, sondern einfach, weil ich den Moment erlebe und genieße. Und das ist wichtig, denn es gibt genügend Dinge, die mit der Krankheit kommen, die einem das Lächeln stehlen wollen. Aber, auch wenn mein Gehirn mir manchmal das Gegenteil erzählen will, ich bin nicht alleine auf dem Planeten und daher ist es noch viel wichtiger, dass ich dieses Lächeln weiter trage.

Seit ich im Herbst letzten Jahres meine Krücke als Gehhilfe bekommen habe, schaffe ich es, ein Lächeln zu verschenken. An die ganz unterschiedlichsten Menschen und das nur durch ein kleines Detail, das ich meiner Krücke hinzugefügt habe. Ein große, farbenfrohe Fahrradklingel mit Eulen drauf (ich gebe es zu – ich mag Eulen). Die Klingel ist so angebracht, dass ich sie mit der Hand benutzen kann, die mich auf der Krücke hält. Niemals würde ich diese Klingel dazu benutzen, andere Menschen aus dem Weg zu klingeln. Sie entsammt dem Gedanken, dass ich nicht aussehen wollte, als hätte ich mir meinen Knöcheln verstaucht, wenn ich mit der Krücke unterwegs bin. Diese Dinger sehen leider immer nach “Unfall” aus und ich wollte, dass man sieht, dass ich längerfristig auf dem Ding unterwegs bin. Aber egal wohin ich auch komme, die Klingel bringt Menschen zum Lächeln. Mein Hausarzt kam irgendwann hastig zu mir und sagte: “Das wollte ich schon immer mal probieren!”, klingelte fröhlich und lachte. In England zauberte sie ein Lächeln auf die Lippen von gestressten Bahnhofsmitarbeitern, die gerade meine Rampe in Stellung brachten (ich saß im Rollstuhl, hatte die Krücke aber dabei). In jedem Geschäft, auf der Straße und eigentlich überall, wo ich auftauche, schafft es dieses kleine Accessoir, Freude zu verbreiten.

Es ist schön, wenn man Menschen fröhlich machen kann und ein Lächeln in ihren Gesichtern sieht. Nicht so sehr den bedauernden Blick… dieses “er ist noch so jung und braucht eine Krücke” in den Augen. Zur Abwechslung einmal keine Sorgen bereiten sondern Freude. Es ist nicht leicht, wenn man sich selber gar nicht so freudig fühlt, wenn die Symptome hochkochen und die Sorgen um die Zukunft einen in Beschlag nehmen. Und dann, auf ganz wundersame Weise, schafft es dieses kleine Objekt, dass andere Lächeln und sie schenken mir dieses Lächeln zurück. Immer genau dann, wenn ich es am nötigsten habe. Also wenn ihr euch einmal nicht so gut fühlt, versucht doch einfach einmal jemanden anderen zum Lächeln zu bringen. Das steckt an… versprochen!

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